Innerer Monolog Schreiben Beispiel Essay

Ein Tafelbild, das den Unterschied zwischen innerer und äußerer Handlung darstellt. Kann (auch als Folie oder Kopiervorlage) zur Einführung oder zur Diskussion verwendet werden.

Die Unterscheidung zwischen innerer und äußerer Handlung gehört zu den zentralen Aspekten der literarischen Interpretation. Wer innere und äußere Handlung unterscheiden kann, der hat einen ersten Rahmen für den Interpretationsaufsatz. Auch für das Kreative Schreiben ist diese Unterscheidung immens wichtig.

Bei der Einführung des Unterschieds zwischen diesen Handlungsebenen empfiehlt sich ein anschauliches Bild wie das folgende Tafelbild (Großversion zum Ausdrucken auf Folie):

 

Die Thematik wird so offensichtlich: Unter "äußere Handlung" fassen wir Geschehnisse, die beobachtbar bzw. sinnlich wahrnehmbar sind (z.B. Hammer zerschlägt Schwein, Scherben liegen herum, Mann schreit "Jaaa!"). Die "innere Handlung" dagegen bezeichnet Vorgänge, die sich im Bewusstsein der Protagonist/innen abspielen (Gefühle, Gedanken etc. - z.B. Mann freut sich auf das Geld im Schwein, Mann denkt, dass er bald einen größeren Hammer kaufen muss).

Unbedingt klar werden muss weiterhin, dass es dabei nicht in erster Linie um das Kriterium "beobachtbar" bzw. "nicht sichtbar" geht, sondern um die Unterscheidung zwischen gedanklicher/Gefühlswelt einerseits und Abläufen andererseits. Beispiele:

  1. Der Mann schwitzt (kann im Tafelbild mit einem Tropfen auf der Stirn ergänzt werden). Das kann zur äußeren Handlung gehören (nämlich wenn der Mann schwitzt, weil das Hämmern so anstrengend ist), genauso aber zur inneren (wenn der Mann schwitzt, weil er Angst hat entdeckt zu werden).
  2. Der Mann hat Bauchweh. Das kann zur inneren Handlung gehören (wenn das Bauchweh daher kommt, dass der Mann ein schlechtes Gewissen hat), ebenso aber zur äußeren Handlung (wenn die Ursache für das Bauchweh ein verdorbener Tintenfischsalat ist). In der Oberstufe kann man noch einen Schritt weitergehen und den Transfer von äußerer zu innerer Handlung vollziehen (der Mann hat einem armen Großmütterchen einen Tintenfischsalat gestohlen, ihn gierig aufgegessen und hat anschließend Bauchweh bekommen).

Letztlich geht es bei der Interpretation also nicht darum zu sagen "Das ist innere/äußere Handlung"; viel wichtiger ist die Bedeutung für das Gesamtverständnis und die Auslegung ("Die Angst des Mannes nimmt zu." vs. "Das Thermometer steigt auf 32 Grad."). Als Beispiel lässt sich besonders gut der Schweiß auf der Stirn des Mannes verwenden (s.o. Punkt 1).

Das Bild kann als Folie aufgelegt, als Arbeitsblatt kopiert oder von Hand an die Tafel gezeichnet werden. Den Schweißtropfen der besseren Anschaulichkeit wegen bitte in blauer Farbe malen.




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Was ist ein innerer Monolog?

Ein innerer Monolog ist ein Selbstgespräch, in dem Gedanken und Gefühle einer einzigen literarischen Figur ausgestaltet werden.

Ein „Gedankengespräch“

In einem inneren Monolog führt die literarische Figur also ein „Gedankengespräch“, in dem sie beispielsweise …

  • über ihre Probleme und Beziehungen zu anderen Figuren nachdenkt,
  • ihr Verhalten kritisch hinterfragt und sich ggf. Vorwürfe macht,
  • Fragen an sich selbst stellt,
  • Bedenken, Ängste und Hoffnungen äußert,

  • Entscheidungen trifft,
  • Pläne für die Zukunft schmiedet.

Redeformen unterscheiden

Gedanken und Gefühle von Figuren werden in erzählenden Texten mit verschiedenen Redeformen wiedergegeben:

  • direkte Rede: wörtliche Rede der Figuren
  • indirekte Rede: Die Gedanken und Gefühle werden durch den Erzähler in der 3. Person wiedergegeben.
  • innerer Monolog: Die Gedanken und Gefühle werden ganz unmittelbar durch die Figur selbst in der Ich-Form wiedergegeben.

Einen inneren Monolog schreiben

So schreibst du einen inneren Monolog:

  1. Beschreibe kurz, wo sich die Figur befindet und wie sie sich gerade in dem Moment fühlt: Ausgangssituation.
    „Wie gemein sie ist! Ich bin ihr völlig egal!“

  2. Lasse die Figur die Situation schildern, die sie erlebt hat. Berücksichtige dabei die Handlungsschritte des Textes und schildere anschaulich die Gedanken und Gefühle der Figur.
    Du kannst dabei auch sprachliche Bilder (z. B. Metapher) nutzen.
    „Wie vom Donner gerührt stand ich da … Ich konnte nicht glauben, was sie da gerade über mich gesagt hatte.“

  3. Schreibe in der Ich-Form und übernimm, wenn es dir möglich ist, die Denk- und Sprechweise der Figur, z. B. kurze abgehackte Sätze, Wiederholungen, mündlicher Sprachgebrauch.
    „Was für eine doofe Kuh! Was soll ich mit so einer?“

Passende Satzzeichen setzen

Verdeutliche Gedanken und Gefühle durch passende Satzzeichen:
Fragen = ?
Gefühle = !
Denkpausen = –
abbrechende Gedanken = …
Aneinanderreihung von Gedanken = ,

Einen inneren Monolog beenden

Schließe den inneren Monolog mit einer Schlussfolgerung ab, z. B. …

  • einen Entschluss fassen / einen Plan schmieden,
  • einen sonstigen Ausblick geben,
  • Hoffnungen formulieren,
  • Befürchtungen aussprechen.

Die Schlussfolgerungen müssen nachvollziehbar sein und zu deinem inneren Monolog passen.

Eine Reflexion über den inneren Monolog schreiben

Manchmal musst du in einem zweiten Text erläutern, warum du deine Figur in dem inneren Monolog so handeln, denken und sprechen lässt.

Gehe dabei auf folgende Aspekte ein:

  1. Hast du erläutert, wie deine Figur handelt, denkt oder fühlt?
  2. Hast du inhaltlich begründet, warum die Figur so handelt, denkt oder fühlt?

Formulierungshilfen für die Reflexion:
Ich denke, dass xy …, daher habe ich sie …;
Mir war wichtig, ihre Gefühle zu beschreiben, nämlich …;
Ich habe xy so denken lassen, weil …;
Mir ist klar geworden, dass xy sich verändert hat, daher …

Die Form

Ein innerer Monolog steht …

  • in der Ich-Form, weil du nur aus der Sicht dieser einen Person schreibst.
  • im Präsens, wenn du deine Gefühle beschreibst.
  • im Präteritum, wenn du über Vergangenes berichtest.

Ein Beispiel aus der Literatur

„Wie lang’ wird denn das noch dauern? Ich muss auf die Uhr schauen… schickt sich wahrscheinlich nicht in einem so ernsten Konzert. Aber wer sieht’s denn? Wenn’s einer sieht, so passt er gerade so wenig auf, wie ich, und vor dem brauch’ ich mich nicht zu genieren… Erst viertel auf zehn?… Mir kommt vor, ich sitz’ schon drei Stunden in dem Konzert. Ich bin’s halt nicht gewohnt… Was ist es denn eigentlich? Ich muss das Programm anschauen… Ja, richtig: Oratorium! Ich hab’ gemeint: Messe. Solche Sachen gehören doch nur in die Kirche! Die Kirche hat auch das Gute, dass man jeden Augenblick fortgehen kann. –“

Arthur Schnitzler, Lieutnant Gustl

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